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Cursor oder GitHub Copilot? Was sich seit der X Subscription lohnt
Cursor gibt es nur noch im Paket mit Grok und X. Was Plus für 8 und Premium für 30 Dollar bieten, wie Copilot-Credits funktionieren und wo es teuer wird.
Vor einem Jahr war die Sache schnell entschieden. Cursor kostete 20 Dollar im Monat, Copilot 10. Wer den besseren KI-Editor wollte, zahlte für Cursor. Wer etwas Günstiges suchte, das in der gewohnten Umgebung läuft, nahm Copilot. Dieser Vergleich taugt nicht mehr. Neukunden bekommen Cursor nicht mehr einzeln, sondern als Teil eines Pakets namens The X Subscription, zusammen mit Grok, Grok Bot und X Premium. Copilot wiederum rechnet seit Juni nicht mehr in Anfragen ab, sondern in Credits, die an den Dollar gekoppelt sind. Die meisten Vergleiche aus dem Frühjahr beschreiben also Tarife, die es so nicht mehr gibt.
Hier stehen die Pläne mit Stand Ende Oktober 2026 nebeneinander. Was günstiger ist, hängt fast vollständig davon ab, welche Modelle du nutzen willst und in welchem Editor du arbeitest. Deshalb zuerst die kurze Antwort, danach die Begründung.
Die Kurzfassung
Du arbeitest in einer JetBrains-IDE, in Visual Studio oder Xcode und willst dabei bleiben? Dann Copilot. Da gibt es wenig zu diskutieren, denn Cursor setzt auf seinen eigenen Editor.
Du willst zwischen Claude, GPT und Gemini wechseln, ohne für jedes Modell extra abzurechnen? Auch dann Copilot Pro. Für 10 Dollar im Monat gibt es Nutzung im Wert von 15 Dollar, und die ist nicht an einen Anbieter gebunden.
Du nutzt ohnehin VS Code, kommst mit den Grok-Modellen klar und zahlst sowieso für den Haken auf X oder ein Grok-Abo? Dann ist Cursor Plus für 8 Dollar ein erstaunlich gutes Paket. Es hat allerdings klare Grenzen, und die gehen wir unten einzeln durch.
Was sich bei Cursor konkret geändert hat
Das Hilfe-Center von Cursor sagt es ohne Umschweife: Neukunden wählen ihren Plan über The X Subscription. Es gibt vier bezahlte Stufen. Plus kostet 8 Dollar im Monat, Premium 30, Super 100 und Ultra 200. Bei jährlicher Zahlung sind es 80 Dollar für Plus und 300 für Premium. Die Steuer kommt jeweils dazu.
Plus wirkt wie „Cursor Pro zum halben Preis“, ist es aber nicht. Laut Dokumentation enthält Plus nur die hauseigenen Modelle von Cursor, also Grok 4.7, Grok 4.6, Grok 4.5 und Composer 2.5, und zwar mit festen Einstellungen: Fast-Modus aus, mittlere Denktiefe. Kein Auto-Modus, keine Cloud Agents, keine Automations, kein Code-Review mit Bugbot, keine Fremdmodelle wie Claude oder GPT und auch kein eigener API-Schlüssel. Dafür gibt es Grok mit Chat, Sprachmodus und Bildgenerierung, Zugang zur Grok-API und den Premium-Haken auf X.
Premium ist als Nachfolger des alten Cursor Pro gedacht. Du bekommst das Vierfache des Plus-Kontingents, dazu Cloud Agents, Automations, Code-Hosting über Origin, Bugbot und Grok Bot. Fremdmodelle sind ab Premium ebenfalls dabei, aber mit einem Haken. Sie gehören nicht zum Kontingent, das du mit dem Abo bezahlst. Sie werden ab der ersten Anfrage zum API-Listenpreis abgerechnet, und zwar aus einem Guthaben, das du separat auflädst.
Genau das sollte jeder wissen, der Cursor vor allem wegen Claude nutzt. Du zahlst 30 Dollar, und jedes Token an Claude Sonnet 5.5 kostet zusätzlich. Die Modellseite von Cursor nennt dafür 2 Dollar pro Million Eingabe-Tokens und 10 Dollar pro Million Ausgabe-Tokens. Die zusätzliche Token-Gebühr von Cursor fällt bei Einzelplänen nicht an, nur bei Teams und Enterprise.
So funktionieren die Copilot-Credits
Bei GitHub ist die Logik übersichtlicher. Jeder bezahlte Plan enthält Basis-Credits in Höhe des Abopreises und obendrauf ein sogenanntes Flex-Kontingent. Pro kostet 10 Dollar im Monat und bringt 1.000 Basis-Credits plus 500 Flex-Credits, zusammen 1.500. Ein Credit entspricht 0,01 Dollar, also Nutzung im Wert von 15 Dollar. Pro+ kostet 39 Dollar und enthält insgesamt 7.000 Credits, Max kostet 100 Dollar und enthält 20.000.
GitHub schreibt offen, dass sich der Flex-Anteil ändern kann. Die Basis-Credits bleiben gleich, das Flex-Kontingent richtet sich nach Modellpreisen und Effizienz. Heute bekommst du für 10 Dollar Nutzung im Wert von 15, eine Garantie für später ist das nicht.
Credits verbrauchen Chat, Agent-Modus, CLI, Cloud Agent und Code-Review. Inline-Vervollständigungen und „Next Edit Suggestions“ kosten keine Credits und sind in bezahlten Plänen unbegrenzt. Wer den Tag hauptsächlich mit der Tab-Taste verbringt, kommt mit Copilot also günstig weg; teuer wird es erst, wenn der Agent lange Aufgaben übernimmt. Der Free-Plan bietet 2.000 Vervollständigungen im Monat sowie begrenzten Chat- und Agent-Zugang, das Modell wird dabei automatisch gewählt.
Noch ein nützliches Detail: Wer in einem bezahlten Plan die automatische Modellwahl nutzt, bekommt 10 Prozent Rabatt auf die Modellkosten. Sind die Credits aufgebraucht, kannst du bis zum nächsten Monat warten, ein Budget in Dollar festlegen und weiterarbeiten oder upgraden und nur die Differenz zwischen beiden Plänen zahlen.
| Cursor (The X Subscription) | GitHub Copilot | |
|---|---|---|
| Kostenloser Plan | Ja, begrenzt Agent und Chat, nur Cursor-Modelle | Ja, 2.000 Vervollständigungen im Monat, begrenzt Chat und Agent |
| Günstigster Bezahlplan | Plus, 8 $/Monat (nur Grok und Composer) | Pro, 10 $/Monat (insgesamt 1.500 Credits) |
| Claude, GPT, Gemini | Ab Premium, separat zum API-Listenpreis | In bezahlten Plänen, Abzug von den Credits |
| Kontingent wird erneuert | Wöchentlich | Monatlich, am 1. |
| Editor | Eigener Cursor-Editor, CLI | VS Code, Visual Studio, JetBrains, Xcode, Neovim, Eclipse, Zed |
| Was sonst im Paket steckt | Grok, Funktionen von X Premium | PR-Review und Cloud Agent auf GitHub |
Stand Ende Oktober 2026, zzgl. Steuern.
Das geteilte Kontingent, über das kaum jemand spricht
Das Nutzungskontingent der X Subscription gehört nicht Cursor allein. Laut Dokumentation zehren Grok-Chat, Bildgenerierung mit Imagine, Sprachmodus, Grok Bot und der Agent in Cursor alle vom selben wöchentlichen Topf, je nach Produkt unterschiedlich stark.
Praktisch heißt das: Zwanzig Bilder in Grok am Sonntagabend können am Montagmorgen im Editor fehlen. Wer das Abo fürs Programmieren abschließt und nebenbei mit Grok herumspielt, stößt womöglich früher als gedacht an die Grenze und wundert sich. Beides lässt sich an einer Stelle verfolgen, unter Usage auf grok.com/dashboard.
Die wöchentliche Erneuerung hat auch ihr Gutes. Wer an einem intensiven Tag alles aufbraucht, verliert höchstens ein paar Tage und nicht den Rest des Monats. Bei Copilot werden die Credits unabhängig vom Abrechnungsdatum am 1. jedes Monats um 0 Uhr UTC zurückgesetzt, in Deutschland im Winter also um 1 Uhr nachts. Ungenutzte Credits verfallen. Wer am 25. leer ist, wartet rund eine Woche.
Der Editor ist wichtiger als der Preis
Cursor ist kein Plugin, sondern ein eigenständiger Editor auf Basis von VS Code. Wer von VS Code kommt, ist in wenigen Minuten umgezogen, die meisten Einstellungen und Erweiterungen lassen sich übernehmen. Wer in IntelliJ, PyCharm, Rider oder Visual Studio zu Hause ist, gibt dagegen seine gewohnte Umgebung auf. Cursor hat zwar eine CLI und ein Agents-Fenster, aber nichts, was direkt in einer JetBrains-IDE läuft.
Copilot steckt dagegen fast überall drin. GitHub nennt VS Code, Visual Studio, die JetBrains-IDEs, Xcode, Neovim, Eclipse, Zed und das SQL Server Management Studio, dazu Copilot CLI im Terminal, github.com und die Mobil-App. Liegt dein Code auf GitHub, kannst du ein Issue direkt an Copilot vergeben und bekommst einen Pull Request zurück. Teams auf GitLab oder einem eigenen Server haben davon weniger.
Die Stärke von Cursor liegt darin, dass der ganze Editor von Anfang an um die KI herum gebaut wurde. Änderungen über mehrere Dateien, das Durchsehen der Agent-Änderungen Datei für Datei, Fragen an die eigene Codebasis: Das greift spürbar besser ineinander. Copilot hat mit Agent-Modus und Cloud Agent stark aufgeholt. Aus unserer Sicht ist dieses stimmige Gesamtbild trotzdem der Hauptgrund für Cursor, eher als der Preis.
Prompts auf Deutsch
GitHub schreibt es in den eigenen FAQ: Weil öffentlicher Code und Dokumentation überwiegend englisch sind, funktioniert Copilot mit nicht englischen oder grammatisch holprigen Prompts vermutlich schlechter. Das betrifft die meisten Code-Modelle, nicht nur Copilot. Wenn du das Gefühl hast, dass deine deutschen Anweisungen nicht ganz ankommen, liegt es vielleicht daran.
Ein Mittelweg funktioniert in beiden Tools meist gut: Bezeichner, Fehlermeldungen und Fachbegriffe auf Englisch lassen, die eigentliche Bitte auf Deutsch formulieren. „Füge in getById im UserService eine Null-Prüfung ein“ versteht praktisch jedes Modell. Bei längeren Architekturfragen lohnt sich der Wechsel ins Englische oft spürbar.
Wird dein Code zum Training verwendet?
Hier unterscheiden sich die Voreinstellungen. GitHub schreibt, dass Interaktionsdaten von Einzelnutzern in Free, Pro und Pro+, also Prompts, Vorschläge und Code-Schnipsel, für das Training von Modellen genutzt werden können. Abschalten lässt sich das unter github.com/settings/copilot/features, ohne dass dir eine Funktion verloren geht. Wer als Freelancer an Kundencode arbeitet, sollte das als Erstes erledigen, nicht zuletzt wegen der DSGVO-Pflichten gegenüber dem Kunden.
Cursor bietet den Privacy Mode. Ist er aktiv, garantiert Cursor, dass dein Code weder von Cursor noch von den Modellanbietern zum Training verwendet wird. Auch das ist eine Einstellung. Egal welches Tool: Prüf die Einstellung selbst, statt dich auf den Standard zu verlassen.
Finger weg von billigen Weiterverkäufen
Geteilte oder „halb so teure“ KI-Konten klingen verlockend. Cursor ist da eindeutig: Abos werden ausschließlich direkt über die X Subscription Corp. verkauft, es gibt keine autorisierten Wiederverkäufer, und anderswo gekaufte Konten können jederzeit gesperrt werden. Außerdem gibst du deinen Code in ein Konto, das jemand anderes kontrolliert. Ein paar Dollar Ersparnis im Monat sind das nicht wert.
Für Studierende gibt es einen besseren Weg. In der GitHub-Dokumentation taucht ein Plan namens Copilot Student mit unbegrenzten Vervollständigungen auf; ob du berechtigt bist, zeigt GitHub Education. Eine breitere Auswahl findest du in unserem Ratgeber zu KI-Tools für Studierende.
Noch im alten Cursor Pro? Lohnt sich der Wechsel?
Ein Muss ist er nicht. Cursor schreibt, dass Bestandspläne Preis und Funktionen behalten. Dem alten Pro für 20 Dollar entspricht im neuen System Premium für 30 Dollar. Wer wechselt, bekommt das alte Abo anteilig erstattet, und der Schritt ist endgültig.
Entscheidend ist, welche Modelle du nutzt. Die alten Pläne haben zwei monatliche Kontingente, eines für Cursor-Modelle und eines für andere Modelle. Ein Teil deiner Claude- oder GPT-Nutzung steckt also schon im Abopreis. Das neue Premium enthält für Fremdmodelle nichts, jedes Token kostet extra. Wer den ganzen Tag mit Claude arbeitet, fährt im alten Pro wahrscheinlich günstiger. Wer vor allem Composer oder Grok nutzt und ohnehin für X Premium zahlt, für den kann der Wechsel sinnvoll sein; laut Ankündigung der X Subscription bietet jede neue Stufe mehr Nutzung pro Dollar als der Plan, den sie ersetzt.
Wer womit besser fährt
Hobby oder Lernphase: Fang mit beiden Gratisplänen an. Die 2.000 Vervollständigungen von Copilot Free reichen für ein kleines Projekt in den meisten Monaten, und mit dem kostenlosen Cursor-Plan kannst du den Agent ausprobieren. Bezahl erst nach einem Monat mit beiden.
Freiberufliche Webentwicklung in VS Code: Die eigentliche Frage ist, ob dir die Grok-Modelle reichen. Wenn ja, ist Cursor Plus für 8 Dollar ein starkes Angebot. Kommst du ohne Claude oder GPT nicht aus, ist Copilot Pro besser planbar. Cursor Premium plus nutzungsabhängige API-Kosten können mit ein paar langen Agent-Sitzungen im Monat schnell über dem Preis von Copilot Pro+ landen.
JetBrains, Visual Studio oder Xcode: Copilot. Code auf GitHub und KI-Reviews für Pull Requests gewünscht: ebenfalls Copilot.
Du nutzt Grok sowieso täglich und postest auf X: Dann bekommst du Cursor fast geschenkt. Denk nur daran, dass Bild- und Videogenerierung in Grok an deinem Coding-Kontingent nagt.
Wenn es eher um einen allgemeinen Chat-Assistenten als um ein Coding-Tool geht, hilft unser Vergleich von ChatGPT, Gemini, Claude und Grok.
Was danach oft gefragt wird
Kann ich in Cursor Plus Claude nutzen?
Nein. Plus enthält nur die Cursor-eigenen Modelle (Grok 4.7, 4.6, 4.5 und Composer 2.5), und einen eigenen API-Schlüssel kannst du nicht einbinden. Für Claude brauchst du mindestens Premium, die Nutzung wird separat abgerechnet.
Was passiert, wenn die Copilot-Credits mitten im Monat alle sind?
Vervollständigungen laufen in bezahlten Plänen weiter, weil sie keine Credits kosten. Für Chat und Agent legst du ein Budget fest, wechselst gegen Aufpreis in den nächsthöheren Plan oder wartest bis zum 1.
Und wenn das Wochenkontingent bei Cursor leer ist?
Auf die Erneuerung warten, mit aufgeladenem Guthaben zu denselben Modellpreisen weitermachen oder upgraden. Laut Cursor werden Anfragen bei leerem Kontingent nicht stillschweigend auf ein schwächeres oder langsameres Modell umgeleitet.
Sind das Endpreise?
Nein. Beide Anbieter rechnen in US-Dollar ab, und Cursor weist ausdrücklich darauf hin, dass Steuern nicht enthalten sind. Bei Cursor kommt in Deutschland also die Umsatzsteuer dazu, je nach Karte eventuell noch eine Auslandseinsatzgebühr. Die Jahreszahlung bei Cursor entspricht zwei Gratismonaten, aber ein paar Monate monatlich zu testen ist die vorsichtigere Wahl.
Tool-Seiten: Cursor, GitHub Copilot.
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